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Salzburger Nachrichten
Freitag, 3. November 2000

Von der Poesie der Polyphonie

by Franz Padinger

Für Johann Sebastian Bachs Kompositionen für Violine solo haben sich schon früh auch andere Instrumentalisten interessiert, und so hat Bach selbst eine Lautenversion einer Partita angefertigt, und seit mehr als 25 Jahren beschäftigt sich der amerikanische Lautenspieler Hopkinson Smith ebenfalls mit Bearbeitungen der Sonaten und Partiten Bachs für Laute. Er verleiht dabei diesen Werken einen ganz neuen Klangcharakter. Die Tongebung wirkt poetischer und auch zerbrechlicher, und die musikalischen Strukturen erhalten eine verblüffende Eloquenz.

Es war ein sehr bemerkenswerter Beitrag der Salzburger Bachgesellschaft, zum ausklingenden Bachjahr diesen phänomenalen Musiker verpflichtet zu haben. Wie er etwa die Tanzsätze Allemanda, Corrente und Sarabande aus der Partita in b-Moll, BWV 1002, zum Klingen brachte, wie er den Kosmos der E-Dur-Partita, BWV 1006, in allen Verästelungen auslotete, und wie er die Ciaccona der d-Moll-Partita, BWV 1004, mit ihrem ganzen Erfindungsreichtum aufschlüsselte, das ließ schon etliche Male den Atem stocken. Dabei wirkt sein Spiel wunderbar ausgeglichen und aller technischen Mühen enthoben.

Dass er zudem auch ein hervorragender Pädagoge ist, war aus den knappen und aufschlussreichen Bemerkungen zu entnehmen.

FRANZ PADINGER

 

 

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